Interaktive Workshops gestalten

“Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere mich. Lass mich tun und ich verstehe!”
Konfuzius

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Was macht gute Workshops aus?

Stelle Dir vor, Du bereitest einen Workshop über Dein Lieblingsthema vor.
Du erwartest etwa 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, hast einen Raum mit Tafel oder Flipchart zur Verfügung, und 45 Minuten Zeit auf der Bühne. Du möchtest daß die Teilnehmer etwas lernen. Was kannst Du tun, damit Dein Workshop gut wird?

Am wichtigsten ist, daß Dein Publikum sich entsprechend dem Satz von Konfuzius mit dem Lernstoff aktiv auseinandersetzt: also spricht, schreibt, präsentiert, oder mit allen Sinnen erforscht. Um den Teilnehmern Aktivität zu ermöglichen, gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel Fragen an das Publikum, schriftliche Aufgaben oder Lernspiele. Es gibt hunderte dieser Lehrmethoden!

Deine Aufgabe als Workshopleiter ist, geeignete Methoden für Dein Thema auszuwählen und an Deine Bedürfnisse anzupassen. Du kannst gezielt Methoden sammeln, welche zu Dir passen und diese immer weiter optimieren. So entsteht mit der Zeit Deine eigene Schatzkiste von erprobten Lehrmethoden.

Die Vier Phasen im Workshop

Wann kannst Du welche Methode anwenden? Um Deinen Workshop – abgesehen von der inhaltlichen Vorbereitung – zu organisieren, ist es hilfreich, den Ablauf in vier Phasen zu gliedern: Warm-up, Vermitteln, Anwenden und Abschluss.

4_Phases

Einen kurzen Workshop kannst Du planen, indem Du für jede der vier Phasen eine Methode auswählst, die zum Thema passt.

Warm-up: Am Anfang weckst Du die Teilnehmer auf, zeigst ihnen daß etwas interessantes bevorsteht, und schaffst ein Bewusstsein für das Thema. Geeignete Methoden für den Einstieg sind zum Beispiel: ein kurzes Brainstorming, ein Quiz, oder eine Explosive Activity nach Craig Valentine.

Vermitteln: Hier wird der eigentliche Inhalt vorgestellt. Als Lehrender vermittelst Du nicht nur Fakten, sondern vor allem eine Struktur, indem Du Dein Thema in mundgerechte Häppchen zerlegst. Gute Methoden zum Vermitteln sind jede Art von Visualisierung (Diagramme), Arbeit mit einem vorbereiteten Text, und natürlich die freie Rede.

Anwenden: Anschliessend sollten die Teilnehmer sich mit dem Thema aktiv auseinandersetzen. Hierfür geeignet sind zum Beispiel Gruppenarbeit, Arbeitsblätter und Kurzvorträge der Teilnehmer.

Abschluss: Am Ende sollte Raum für offene Fragen und eine Zusammenfassung sein. Durch Sammeln von Gedanken auf Zuruf oder eine Meinungsrunde (Blitzlicht) lässt sich auch dieser Teil interaktiv gestalten.

Keine zwei Workshops sind identisch

Die Teilnehmer und ihr Vorwissen ändern sich von Mal zu Mal, während Deine Erfahrung wächst. Lernziele ändern sich, die Gruppengrösse und der Raum beeinflussen was gut funktioniert und was nicht. Deshalb kann es kein Standardprogramm geben, das immer genau gleich funktioniert. Das Vier-Phasen-Modell gibt Dir aber eine Grundstruktur, in die Du interaktive Methoden einfügen kannst, die zu Deinem Thema, Publikum, und Deinen Vorlieben passen. Jeder Workshop ist also eine einzigartige Kreation. Das macht die Arbeit vor der Gruppe ja so interessant!

Was tust Du besonders gerne wenn Du einen Workshop moderierst? Traue Dich etwas Neues auszuprobieren! Deine Teilnehmer werden sich darüber freuen, wenn Du mit ihnen gemeinsam neue Wege beschreitest.

Feedback gerne an Kristian Rother [krother@academis.eu]

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